Best Of 2011 (besser spät als nie): Der mitteldeutsche Jahresrückblick, Teil 1: Januar bis Mai
Was für ein Jahr! Endlich kann ich mit den unzähligen Chasingberichten, den vielen Videos, auf denen nichts außer Schwarz zu sehen ist, abschließen!
In vielerlei Hinsicht bildete 2011 ein spannendes Wetterjahr mit allerlei Extremen. Vom Eisregen über Hagel und einen extrem gewitterträchtigen September bis zum äußerst trockenen November war alles dabei.
Doch der Reihe nach.
Januar
Ein wechselhafter Geselle war der Januar 2011. Anfang und Ende hüllten die Landschaft in Kälte, während es Mitte Januar eine intensive Tauperiode gegeben hat.
Doch zunächst hielt der Januar ein astronomisches Highlight parat. Eine partielle Sonnenfinsternis beglückte uns am 04.01. mit einer spürbaren Verdunklung.
Während der 05.01. noch einmal knackige Kälte bereit hielt, gab es am 06.01., bedingt durch den abrupten Übergang zum einsetzenden Tauwetter, wie bereits im Dezember, heftigen Eisregen in Leipzig. Autos kamen bereits bei Schrittgeschwindigkeit ins Schleudern und kollidierten. Die Bürgersteige waren morgens komplett vereist und erst am Nachmittag, als die 5°C warme Luft den Boden erreichte, verschwanden die Eisflächen allmählich.
Nachdem der 07.01. noch einmal verregnet war, folgten zwei vorfrühlingshafte Tage, worüber ich mich nach der Dezemberkälte besonders freute. Das Tauwetter hielt bis Mitte Januar an. Danach folgte eine nasskalte bis leicht frostige Witterungsperiode, zum Ende hin mit Nebel am Vormittag.
Februar
Der Februar tat es im Prinzip dem Januar gleich. Der 03.02. startete mit leichtem Eisregen. Die Folgetage brachten erneut vorfrühlingshafte und zum Teil sogar recht sonnige, milde Tage. Nasskaltes Übergangswetter leitete eine 5-tägige Dauerfrostperiode vom 19.02. bis zum 23.02. ein. Am Morgen des 23.02. herrschte mit -12°C die zugleich tiefste Temperatur des Jahres. Der Folgetag brachte Warmluftadvektion und am Tage begann es nun zu tauen, was dem Boden zu unglaublichen Duftnoten verhalf.
März
Der dritte Monat des Jahres, meistens ist dies der März, startete mit Hochdruck. Der höhere Sonnenstand sorgte bereits für milde Tage, die Nächte blieben aber für Anfang März typisch frostig-kalt. Es folgte eine sehr wechselhafte Periode mit einem Maximum von 17°C am 13.03. in Sondershausen. Ende März schließlich setzte allmählich der Erstfrühling ein. Gelegentlich gab es noch Frost. Die Tage wurden jedoch Stück für Stück wärmer und die Frühlingssonne tat ihr Übriges. Die ersten "sommerlich" anmutenden Quellwolken tauchten auf.
April
Während ich die Vormonate nur schriftlich dokumentierte, begann ich in diesem Monat wieder mit der Bilderknipserei. Am 03.04. führte ich mit Maurice das erste Schauerchasing durch. Das Ergebnis war verblüffend:
Abgesehen von einer Kaltfront und einem Kaltlufttropfen gestaltete sich der vierte Monat des Jahres (wieder mal) als zu warm, zu trocken und zu sonnig. Ich nutzte die Gelegenheit und streifte am 11.04. durch den Leipziger Auenwald.
Auch Ostern konnte man bei strahlendem Sonnenschein genießen.
Mit dem oben erwähnten Kaltlufttropfen begann am 26.04. schließlich auch mit Martin die Chasingsaison bei Haldensleben.
Nachdem der Mai zunächst noch kühl startete, stellte sich bald eine Südwestlage ein, die sommerliche Temperaturen und gewittrige Ereignisse brachte. Die ersten Chasings im Wonnemonat waren jedoch ein Reinfall. Zwar gab es am 11.05. einige Entladungen, das Gewitter, das Martin und ich verfolgten, schwächte sich jedoch bei Annäherung an unseren Standort, irgendwo in der Pampa von Sachsen-Anhalt, rasch ab.
Ein weiterer Chasingversuch im Leipziger Land brachte zwar noch einige Bilder, war aber letztlich auch eher von Zerfall geprägt.
Der Folgetag brachte schließlich noch einen Gewittertag für Leipzig, einen Tornado bei Alpoda und starken Hagel für Maurice.
Doch der Mai steigerte sich. Am 19.05. fuhren Martin und ich abermals nach Sachsen-Anhalt und konnten immerhin eine cumuliforme Böenfront festhalten.
Der nächste Tag startete mit leichtem Nebel und ich erlebte auf der A38 Richtung Nordhausen mein seit langem erstes Hagelgewitter. Ein schöner Aufwindturm und permanentes Geflacker zierten das Erlebnis.
Auch der 22.05. sollte schon wieder ein Gewittertag werden. Doch der Kaltfront, auf die ich mein Augenmerk legte, wurde der Saft durch eine vorlaufende Konvergenz abgedreht.
Einzig bei Gotha gab es schöne Mammaten zu beobachten:
Und der Mai blieb weiterhin ein schwülwarmer, gewittriger Monat. Unser Instinkt führte Martin und mich von Leipzig aus in Richtung Dresden und Bautzen, wo wir uns am Erzgebirge einer dreistöckigen Shelf, Mammati und unzähligen Erdblitzen gegenüber sahen.
Nach einer kurzen Abkühlung folgte schließlich am letzten Maitag das Finale furioso. Martin und ich chasten nach einem 30°C warmen Spätfrühlingstag heftige Hagelzellen südlich von Leipzig. Es ist möglich, dass eine dieser Zellen eine Mesozyklone mit Wallcloud besaß. Da wir jedoch keine sichtbare Rotation beobachten konnten und wir auch keine Zeitrafferaufnahmen gemacht haben, belassen wir es bei der Vermutung.
Nach einem Hagelgewitter mit 1 cm großen Körnern beherrschten hohe Kontraste das Himmelsbild. Ein riesiger Eisschirm mit Mammati hatte sich über uns ausgebreitet.
In mehreren kleineren Ortschaften kam es zu Überflutungen.
Zum Abschluss des ersten Teils präsentiere ich noch einige Bonusbilder, die ich experimentell bei der Hochdrucklage Anfang Mai schoss...
... sowie interessante Wolkenstrukturen, die ich bei einem entstehendem Schauer am Abend des 27.05. von Leipzig aus in südöstlicher Richtung beobachten und festhalten konnte.
Hallo Chris,
ich denke die mangelnden Reaktion liegen, bzw. lagen nicht am langen Text . Ich wollte eigentlich etwas schreiben, nur bin ich davon ausgegangen, dass du den nächsten Teil auch in diesem Thread veröffentlichen willst. Um dann das Gefüge nicht zu zerstören, habe ich eben noch nichts geschrieben .
Aber dein Jahresrückblick ist echt klasse - zumindest der Teil der schon online ist
LG André
Dieser Beitrag ist unter widrigsten Umständen und mit Hilfe einer Taschenlampe in das offene Ende eines Glasfaserkabels gemorst worden...
Achso. Naja, kommt sicher darauf an, ob in dem jeweiligen Forum so eine Teilung bei längeren Berichten üblich ist. Das nächste mal kleistere ich es dann einfach zusammen.