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Donnerstag, 9. August 2012, 23:47

06.07.2012/ Döbeln - Radebeul - Klipphausen/ Böenfront, SZ-Verdacht, Funnel (bestätigt) und Hagel

Hallo Zusammen,
bevor ich morgen früh zur Convention aufbreche, möchte ich euch noch gerne etwas zu Lesen da lassen :).
Hier kommt der schon lange überfällige Bericht zu den Ereignissen im Dresdener Raum am 06.07.2012:

Für Freitag dem 06.07.2012 gab ESTOFEX ein Level 2 für das Grenzgebiet zwischen Deutschland, Polen und Tschechien heraus.


Deshalb machte ich mich nach der Arbeit auf den Weg zu Maik. Nach kurzer Absprache enschieden wir uns, dass wir erst einmal auf der A 14 bis nach Döbeln fahren.
Kurz hinter Döbeln verließen wir die Autobahn dann ein erstes mal, und positionierten uns direkt östlich der Stadt auf einer erhöhten zwischen mehreren Feldern liegenden Nebenstraße. Man konnte auch schon bald im Süden die ersten Türmchen in der Ferne ausmachen:





Nach kurzer Zeit erwischte uns ein kurzer Regenschauer (wenn man ihn denn überhaupt so nennen will). Aufgrund der Tatsache, dass wir uns entschlossen hatten dieses Chasing ohne verfügbaren Laptop in Angriff zu nehmen, hatten wir nur mein i-Phone 3GS als Radar (CZ-Radar App). Deshalb haben wir den Schauer nicht rechtzeitig kommen sehen. Das Radarbild gab uns dann jedoch die Gewissheit, dass es sich wirklich nur um etwas Nieselregen handelte, deshalb blieben wir vorerst noch auf der Position. Außerdem wollten wir abwarten wo es denn die Zellen hinzieht, da dies noch nicht ganz absehbar war. Wir setzten alles auf eine Karte und fuhren ein Stück weiter in Richtung Dresden.
Vor Nossen verließen wir die Autobahn nochmal, allerdings nur kurz, denn kaum hatten wir einen passenden Spottingpunkt gefunden, konnten wir Donnergrollen vernehmen. Ein Blick auf das Radar bestätigte unseren Verdacht, die Zelle zog direkt in Richtung der sächsischen Landeshauptstadt. Wir fackelten nicht lange und fuhren direkt wieder zurück auf die Piste. Südlich der A 4 konnten wir dann hinter uns eine Böenfront sehen, von der ich als Fahrer natürlich keine Bilder hab. Maik hat jedoch ein Paar Bilder geschossen.
Ich erhöhte das Tempo etwas, zum einen um etwas Abstand als Sicherheit aufzubauen, zum Anderen auch um kurz irgendwo anhalten zu können und vielleicht auch noch ein Bild von der Front zu schießen, vor allem da wir auch den Verdacht hatten, dass sich dort eine Wall gebildet haben könnte... .
An der Raststätte Dresdener Tor verließen wir die A 4. Leider ist das Bild aufgrund der Hektik etwas schlechter als erwartet - ich hoffe man kann wenigstens etwas erkennen...



Nach diesem kurzen Boxenstop ging es weiter zum Bismarckturm in Radebeul, an dem wir ja erst wenige Tage zuvor waren^^. Unsere Hoffnung von dort einen guten Blick auf das Geschehen zu erwischen wurde nicht enttäuscht:





Wir konnten auch einige Blitze südlich von Dresden beobachten, fotografieren gelang jedoch wieder mal nicht...









Aufgrund der weißen Wand die aus Westen auf uns zu kam und, so schien es, Stück für Stück von Dresden verschlang, beschlossen wir unsere Position schnellst möglich zu räumen. Auch im Radar sah das ganze nicht mehr lustig aus.


(Bild: CZ-Radar App für IOS)

Auf dem Berg oben war trotz des Wetters noch etwas los. Wir sahen eine Familie, die mit ihren Kindern aus dem Auto heraus das Geschehen beobachtete. Trotz der ersten Böen stieg ich nochmal aus dem Auto aus und wies darauf hin, dass es besser wäre den Platz zu verlassen, nicht nur wegen der nahenden Blitzem, sondern vor allem weil wir größeren Hagel vermuteten. Wir verließen jedenfalls sofort im Anschluß den Berg und stellten fest, dass unsere Warnung gewirkt hatte, sie folgten uns.

Schon kurz nach dem wir die Spitzhausstraße verlassen hatten sahen wir um 17:06 Uhr einen astrein erkennbaren Funnel. Aufgrund der Blitzschlagsgefahr verließen wir nicht das Fahrzueg sondern fotografierten nur aus dem Auto heraus...











Hier mal eine Karte mit der Postion der Funnelsichtung, welche ich im Rahmen der Untersuchung der T-Verdachtesfälle im Raum nördlich von Dresden angefertigt habe. Hierzu lässt sich festhalten, dass es vermutlich keinen T-Fall gab, sondern einen Downburst. Dieser Funnel bewies allerdings, dass diese Zelle das Potential dafür hatte.


(Hinweis: Diese Karte wurde mit Hilfe des GoogleEarth-Plug-Ins erstellt )

Wegen des zunehmenden Starkregens beschlossen wir auf eine angrenzenden Feldweg zu fahren und uns überrollen zu lassen. Hier gaben wir dann auch eine Meldung an Skywarn und die UWZ ab, die wohl leider im Spamordner gelandet sind, da wir in der Hektik und Aufregung keine näheren Angaben machten... :dash:

Nach dem das Niederschlagsfeld über uns hinweg gezogen war, fuhren wir noch mal zurück in Richtung Spitzhaus. Auf dem Weg kam uns eine Radfahrerin entgegen, die trotz der Naheinschläge weiterfuhr, und das sogar mit geöffnetem Schirm... Unglaublich :pinch:
An einer Bushaltestelle legten wir dann ein kurzes Päuschen ein, damit Maik endlich rauchen konnte.



Während unseres Aufenthaltes an der Haltestelle sprachen wir einen Jugendlichen an, der außerhalb der Hütte auf den Bus wartete, dass es besser wäre in die Hütte zu kommen, er antwortete nur mein Bus kommt gleich :dash: . Ein weiterer heftiger Naheinschlag reichte auch nicht aus um in zur Einsicht zu Bewegen :pillepalle: . Zum Glück kam der Bus dann wirklich nach kurzer Zeit...

Manchmal ist es echt unglaublich wie naiv manche Menschen doch sind... :fie:

Nach einem kurzen Stop mit Bockwurst an der Tankstelle, wollten wir eigentlich den Heimweg antreten und fuhren zurück zur Autobahn, unterwegs erschien jedoch eine neu Entwicklung auf dem Radar. Wir beschloßen bei Klipphausen, westlich von DD die Autobahn zu verlassen. Kurz nach dem wir ein Stück auf der Landstraße gefahren sind, fanden wir sehr viel Laub auf den Straßen. Etwas weiter fanden wir dann auch die Verursacher. Am Straßenrand, und auf den Feldern und Wiesen lagen etwa 2 cm große Hagelkörner...













Durch den Hagelschlag gab es auch Opfer zu beklagen, wie diese Maus, die vermutlich erschlagen wurde:













Wir beschlossen uns im nahen Klipphausen umzusehen, um nach Schäden Ausschau zu halten. Die Neuentwicklung sah ohnehin nicht mehr sehr viel versprechend aus. So das wir guten Gewissens an die Schadensuche gehen konnten.



Einge Autos wiesen zahlreiche Einschläge auf. Interessant dabei ist die Tatsache, dass gewöhnliche Marken wie VW, oder OPEL weniger Einschläge aufwiesen, als Fahrzeuge gehobener Marken, wie etwa Mercedes oder BMW. Ob man daraus jetzt auf die Qualtät der eingesetzten Materialen schließen sollte?! ;)

Hier eine Mercedes Motorhaube mit Kraterlandschaft:







Nun wollten wir eigentlich wirklich zurück nach Hause fahren, doch es gab wieder eine Entwicklung südlich von DD, so dass wir wieder nach DD zurück fuhren. Bei Pesterwitz postierten wir uns dann in der Nähe eines Weingutes. Leider verdarb die Abendstimmung die meisten Fotos, Blitze wollten ohnehin nicht so wie wir wollten, also genossen wir einfach die Atmosphäre. Während die Reste einer ehemaligen Shelfcloud über uns hinweg zogen:









Gegen 21 Uhr ging es dann aber wirklich zurück nach Leipzig, und ein Aufregendes Chasing ging zu Ende. Und wie gesagt alles nur mit Fotoausrüstung und Smartphone ;).
Erschwerend war jedoch, dass das Dresdener Radar mal wieder einen Volltreffer kassierte und ausgefallen ist. Dieser Umstand machte es schwer, nach dem die CZ-App streikte noch weiter zu chasen... . Mittlerweile habe ich mir auch ein PKW-Netzteil für meinen Lappi angeschaft, so dass immer ein Laptop verfügbar ist.

Zu guter Letzt hier einmal das von mir animierte Radarbild der Dresdener Zelle:



Ich muss sagen, dieses Chasing war eines der Aufregendsten Chasings die ich bisher gemacht habe. Vielen Dank auch an meinen Copiloten Maik - es hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht.

P.S.: Noch eine Anmerkung zu den Bildern: "Die Bilder wurden nicht durch mich bearbeitet, ich habe sie lediglich auf 1024x768 Pixel herunter skaliert.

LG André
Dieser Beitrag ist unter widrigsten Umständen und mit Hilfe einer Taschenlampe in das offene Ende eines Glasfaserkabels gemorst worden...

2

Freitag, 10. August 2012, 00:29

Hallo André,

irgendwie schläft das Schreiben von Berichten bei mir ein. Ich bin noch bei der Analyse von Wetterlagen Mitte des Juni. ^^ Kommt aber alles noch. Schön, dass du es schon geschafft hast. Die Bilder sind toll geworden! (nur kleiner Tipp: achte bissl auf die Horizontlinie)
Die Zelle war jedenfalls richtig genial.

Viele Grüße! Maik

Anmerkung zu den Hagelbildern: Auf den ersten Hagelbildern handelt es sich um ein 1-€-Stück (die mit dem Kopf nach oben). ;)

3

Freitag, 10. August 2012, 11:45

Hallo André,

toller Bericht. Die Hagelkörner waren auf jeden Fall 3cm oder größer. Eine 2 Euro Münze hat ja schon im Durchmesser 26mm. Das mit der Unwissenheit mancher Menschen habe ich dieses Jahr schon zwei mal erlebt - Echt traurig.

Grüße
Avatar: Superzelle vom 26.Mai 2007 im Ländle.

4

Freitag, 10. August 2012, 12:32

Sauberer Bericht - tolle Aufnahmen...
und es zeigt sich immer wieder, wie toll und wichtig doch die Spitzhaushöhe ist :)

supi, weiter so! :thumbup:
so erlebe ich wenigstens ab und an Eindrücke aus meiner alten Heimat.

Gruß
Chrischi
Anzahl Gewitter in Berlin:
2013: 5
2012: 49
2011: 45


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